Serenissima Suggestioni

Es ist ein ganz gewöhnlicher Nachmittag in Venedig, und das warme Nachmittagslicht legt sich wie ein weiches Tuch über die Szenerie. Die Gebäude, in sanften Orange- und Creme-Tönen gehalten und mit altersbedingten Patina überzogen, scheinen fast zu leuchten. Wasser des Kanals glitzert in der Sonne, während die Gondeln und Boote still vor Anker liegen. Typisch für diese Stadt, spiegeln sich die historischen Fassaden im flüssigen Spiegel, nur minimal unterbrochen durch die sanften Wellen, die von einer vorbeifahrenden Gondel verursacht werden. Ich stehe auf einer kleinen Brücke, und mein Blick schweift die enge Gasse entlang, wo das Alltagsleben Venedigs weitergeht. Menschen schlendern am Kanal entlang, im Gespräch vertieft oder in Gedanken verloren. Jedes Element hier ist ein Stück der Geschichte, und ich versuche, diese unberührte Atmosphäre mit meiner Kamera einzufangen.

Die Wahl des Standorts – Venedig, im speziellen Stadtteil Venezia in der Region Veneto in Italien – war kein Zufall. Diese Stadt verkörpert Geschichte, Kultur und eine Art von Romantik, die man nur schwer in Worte fassen kann. Die Architektur, die Gassen, das Spiel des Lichts auf dem Wasser, all das spricht Bände über das vergangene und aktuelle Leben hier. Das Bild nimmt diese Elemente auf und gewährt einen Einblick in die stille Schönheit eines Ortes, der trotz des stetigen Stroms von Touristen immer noch private und authentische Ecken bereithält. Es spiegelt die Serenität und die suggestiven Eindrücke wider, die in dem Titel "Serenissima Suggestioni" eingefangen sind - ein Spiel mit dem Beinamen Venedigs, La Serenissima, und den vielfältigen, eindrücklichen Impressionen, die sie bietet.

Die Komposition des Fotos ist mit Bedacht gewählt – eine Brennweite von 50mm legt den Schwerpunkt auf die zentrale Perspektive, gleichermaßen greifbar und doch weit genug entfernt, um den Eindruck von Raum zu vermitteln. Mit einer Blende von f9 erhält das Bild eine beeindruckende Tiefenschärfe, jede Textur der Gebäude und die sanfte Bewegung des Wassers sind detailreich festgehalten. Diese technischen Entscheidungen sind intuitiv; ich will nicht nur zeigen, sondern fühlen lassen, wie es sich anfühlt, hier zu stehen.

Als ich dieses Foto machte, da war da diese ungewöhnliche Ruhe, die man mitten in einer so belebten Stadt selten findet. Es waren die ersten Wochen der Erholung nach der Pandemie in 2021 und Venedig öffnete seine Pforten nach Monaten der Isolierung für Besucher. Vielleicht wollte ich für einen Augenblick die Zeit anhalten, um später darauf zurückblicken zu können und mich zu erinnern, wie sich dieser Moment von zeitloser Schönheit, Befreiung und alltäglicher Einfachheit angefühlt hat. Das Bild ist ein Fenster – nicht nur in die Serenissima, sondern auch in meine Wahrnehmung dessen, was es bedeutet, einen Ort zu erleben und ihn in seiner Ganzheit zu schätzen.


Dieser Beitrag ist Teil der Fotoreihe Venice von Dr. Alexander Motzek. Erkunde hier weitere Fotografien dieser Kollektion.

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